E3 | Aufgabenformate in Zeiten von Wikis & Co

Samstag, 15:30 Uhr, Eselsbrücke

Session-Owner: Torsten Larbig

Live-Doku: http://piratepad.net/0lSZWtDV9l
Vollständiger Mitschnitt (und Mitschrift) der Session (Dank an @akasche)

BackUp vom 23.03.11
Einleitung

  • Problem: Antworten auf konventionelle Aufgabenstellungen finden sich oft quasi fertig in Wikipedia und sind leicht plagiarisierbar
  • Idee: Angriff ist die beste Verteidigung: Weise Schüler auf gutes Material hin („Da gibt’s gutes Material im Bezug auf Faust-Interpretation“) und passe Aufgaben dahingehend an, dieses Wissen zu transformieren
  • Frage: Wie wächst Wissen im Gehirn? Und: wie, d.h. durch welche Methoden, lassen sich solche (Reflektions-)Prozesse katalysieren? Wie lassen sich Schüler dazu ermutigen ihre Reflektionen offen zu legen?

Erfahrungsaustausch

  • Oft Wikipedia-Verbot für Schüler, eine Herangehensweise: „Benutzt die Quellen, die in Wikipedia-Artikeln angegeben werden“
  • Grundprinzip: Transfer ermuntern bzw. katalysieren => Lernen durch Handlung
  • Bsp. Deutschunterricht / Politik: Interpretationen von Literatur bzw. allgemein Quellen suchen und vergleichen lassen bzw. nach ihrer Qualität bewerten lassen
  • Fokus auf andere Aspekte der Information: Was ist Qualität? Wie gehe ich mit Quellen um? Welche Methoden bzw. welche Quellen „funktionieren“ für mich?
  • Die Schüler abholen: Wie ist der individuelle Stand? Wie kann ich diesen Stand nutzen, um den Gegenwartsbezug zu schaffen? => Individualität reinbringen, aber wie hält man dann Lehrpläne ein?
  • Curricula sind nicht mehr überall verpflichtend (?!), z.T Möglichkeit Klausuren zeitlich versetzt zu schreiben
  • Bewertung an Schüler delegieren
  • Bsp: Currciculm vorstellen => Welche Themen verbleiben => Aufgabe an die Schüler „Entwickle in einem der verbleibenden Themenbereiche des Currriculums eine Forschungsfrage und führe Forschungstagebuch“
    • Bewertung aufgrund des Hintergrundwissens in den Forschungstagebüchern, evt. auch mit Unterstützung von Peer-Reviewing
  • Möglichkeit zum wechseln zwischen bewerteten und bewertungsfreien Räumen schaffen, z.B. durch Portfolios: in „privaten“ Räumen wird entworfen, in „öffentlichen“ wird bewertet
  • Freie Medienwahl => Schüler sehen wie ihre Mitschüler Medien nutzen, um die gleiche Aufgabestellung zu lösen => Entwickelung von „passiven“ Kompetenzen und evt. Anregung dazu die anderen Medien auszuprobieren
  • Bsp: „Entwickle eine sichere eXplosion und filme sie spektakulär“ 🙂
  • „Aufgabenstellungen, die sich durch Copy-Paste lösend lassen sind defizitär, nicht die Schüler, die clevere Strategien einsetzen“

Praxisbeispiele

  • allgemein: It’s the transfer, stupid!
  • Schüler erarbeiten selber Aufgabenstellungen
  • Schüler bewerten Arbeiten selber
  • Schüler vergleichen verschiedene Definitionen, die sie im Netz finden
  • Schüler entwickeln gemeinsam (mit Lehrer) Cobocards für Prüfungsvorbereitung
  • Schüler vergleichen verschiedenen Interpretationen zu einem Gedicht.
  • Schüler fragen sich, warum man überhaupt Gedichte interpretieren soll.
  • Schüler forschen und befragen „echte Experten“.
  • Schüler dokumentieren Arbeiten online, z.B. als Forschertagebuch.
  • Schüler versuchen die ursprüngliche Quelle von Informationen zu finden.
  • Inszeniere eine für Dich sichere Explosion und dokumentiere sie mit Video und Anleitung.